Wir hätten uns zweifellos einen fröhlicheren Jahresbeginn gewünscht. Zwei tragische Ereignisse haben nacheinander die Schweiz und Spanien erschüttert. Die Umstände der zwei Tragödien sind sehr unterschiedlich – ein Brand in einer Bar in Crans-Montana und ein Zugunglück nördlich von Malaga –, aber die Folgen sind vergleichbar: Bei beiden nationalen Tragödien kamen jeweils rund vierzig Menschen ums Leben. Ein Schock, der nachhallt und Fragen aufwirft. Viele Angehörige sind am Boden zerstört, und in allen Schichten der Gesellschaft ist eine tiefe Betroffenheit spürbar.
Unsere Gedanken sind bei all denen, die von diesen Tragödien schwer getroffen sind und eine schreckliche Not zu bewältigen haben. Es ist unmöglich, all ihre „Warum”-Fragen zu beantworten oder die Toten wieder zum Leben zu erwecken. Die Trauer ist schmerzhaft, und das Leben geht trotz allem für die Hinterbliebenen weiter. Wenn es eine Botschaft der Hoffnung gibt, dann richtet sie sich an die Betroffenen – und auch an uns alle.
Diese beiden Tragödien erinnern mich an eine ähnliche Situation, die sich vor zweitausend Jahren zugetragen hat. Zwei tragische Ereignisse trafen die Einwohner Jerusalems kurz nacheinander: Ein Turm stürzte ein und tötete achtzehn Menschen, und mehrere Juden wurden von römischen Soldaten im Tempel massakriert. Auch hier unterscheiden sich die Umstände, aber die Bevölkerung ist von diesen Katastrophen zutiefst erschüttert. Als eine Gruppe von Juden Jesus von dem zweiten Ereignis berichtet, reagiert er auf eine überraschende Weise: Er stellt eine Verbindung zwischen den zwei Ereignissen her, aber er beantwortet weder ihre heimlichen Fragen, noch tröstet er sie. Im Gegenteil, er warnt sie.
Zuerst versichert er ihnen, dass die Opfer nicht schuldiger waren als sie selbst. Doch dann sagte er ihnen: „Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle ebenso umkommen“ (Lukas 13,5).
Was? Ist Gott grausam und unempfindlich gegenüber dem Leid der Menschen? Keineswegs. Jesus sprach diese Worte gerade aus Liebe zu seinen Zuhörern. Wenn Jesus vom Umkommen spricht, meint er nicht nur den physischen Tod, sondern ein endgültiges Verderben ohne Hoffnung über den Tod hinaus… und genau das wollte er ihnen ersparen!
Seine Zuhörer, die Gott kannten, dachten vielleicht, dass eine solche Warnung sie persönlich nicht betreffe. Vielleicht denkst auch du so. Doch die Warnung gilt für jeden, auch heute noch, und es gibt einen Weg zur Rettung.
Gott möchte, dass niemand zugrunde geht (2. Petrus 3,9Der Herr zögert die Verheißung nicht hinaus, wie es einige für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.): Er ruft die Menschen geduldig zur Umkehr auf (Römer 2,4Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet?), damit sie das ewige Leben umsonst empfangen!
Bevor du zu dem Schluss kommst, dass Gott ungerecht ist, nimm diese Warnung ernst – und erfahre die Hoffnung, die sich dir dadurch eröffnet.
Übersetzt von Puissance Vie.